Veröffentlicht am: 13. Juni 2024|Kategorie: Blog|Lesedauer: ca. 2,2 min|

Eine Klientin hatte mit einem geringen Selbstwertgefühl zu kämpfen.

Oft dachte sie sofort daran, etwas falsch gemacht zu haben und nicht gut genug zu sein.

Vor allem bezogen auf Ihren Partner.

Als natürliche Konsequenz entwickelte sie einen starken Ehrgeiz darin, sich ständig auf sämtlichen Ebenen in Ihrem Leben zu verbessern.

Ein besserer Körper, eine bewusstere Kommunikation, effizientere Arbeit, um mehr Zeit für Ihren Partner zu haben und und und…

Es war nie genug.
Ständige Getriebenheit war Normalität.

Sie dachte, dass sie sonst einfach nicht die Aufmerksamkeit und Anerkennung bekommt, nach der sie sich sehnt.

So stand es auf jeden Fall in Ihrem Skript geschrieben.
Das war der Film, den sie sich wieder und wieder kreierte.

Sobald sie dann einen kleinen Fehler machte, etwas nicht direkt wusste oder konnte, war es ein Einfaches sie zu triggern.

Wurde sie darauf angesprochen, wurden Ihre Abwehrsysteme direkt aktiviert und sie ging sofort auf Gegenangriff.

Einfache Worte und Aussagen haben hier gereicht, um das Fass zum Überlaufen zu bringen und die emotionale Bombe zu zünden.

So ziemlich alle Personen die sich in Ihrem Umfeld befanden und natürlich auch vor allem Ihr Partner, würden die gewählten Worte und Sätze, die die Trigger gesetzt haben, in Ihrer Welt als harmlos und belanglos bezeichnen.

In der Welt meiner Klienten haben sie aber direkt gewirkt und sich Ihren Weg zu Ihren offenen Wunden durchgebahnt.

Und sie reagierte, wieder und wieder.
Immer lauter und intensiver.

Die Idee dahinter:
Die Gefühle zu schützen und zu verdrängen, die in diesem Moment ganz natürlich in Erscheinung treten und sie an die Vergangenheit mit Ihrem Vater zurückerinnern.

Ein gutes Beispiel für die Verdrängungstheorie nach Sigmund Freud.

In der früheren Beziehung zu ihm (Kindes – & Jugendalter) hat sie nur dann Aufmerksamkeit bekommen, wenn sie Ihre Leistung verbesserte.

Bei Fehlern, Unwissenheit und mangelnder Befähigung wurde sie direkt emotional bestraft.

Also unbewusst daraufhin konditioniert, dass sie nur gut genug und wertvoll genug als Tochter ist, wenn sie keine Fehler macht und Ihre Leistung überschnittlich verbessert.

Immer und überall.

Die verbleibenden Wunden und der dazugehörige emotionale Schmerz geht tief.

Natürlich wollen die Wunden geheilt werden.

Natürlich sehnt sich ein Teil in Ihr danach, endlich Frieden mit Ihrem Vater zu schließen und die vergangenen Ereignisse und Erfahrungen anzunehmen, zu akzeptieren, zu verarbeiten und zu inkorporieren.

Also Teil von Ihrem Organismus und Ihrem Selbstkonzept zu werden und nicht weiter abgespaltet von Ihr zu sein.

Das macht Heilung letztendlich aus.
Vervollständigung anstatt Separation.

Damit das funktioniert:

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